Das Synonym "E-Werk" genießt einen hohen internationalen Bekanntheitsgrad, der in bestimmten Zielgruppen den nationalen Grad der Bekanntheit weit übertrifft und auch heute, nur kurze Zeit nach Revitalisierung des Ortes, eine neue Belebung erfährt.
Viele wissen um den Namen und verbinden damit einen Ort. Doch die Allerwenigsten wissen um die verschiedenen Stränge der Geschichte, die jeder für sich eine Bekanntheit, doch nicht diese Bekanntheit begründen würden. Eine Mischung all der verschiedenen geschichtlichen Stränge kumuliert an diesem Ort in Berlins Mitte, der treffender den Aufstieg und die Zerstörung Deutschlands, das Finden nach dem Krieg, die Situation in einem geteilten Land, die Veränderungen durch die Wiedervereinigung und die beginnende Normalität im angehenden 21. Jahrhundert widerspiegelt. Ein Zeitraum, der das Neunzehnte, das Zwanzigste und das Einundzwanzigste Jahrhundert streift, der Zeugnis ablegt, vom Werden eines Weltkonzerns AEG und einer einhergehenden industriell technischen Revolution durch die Elektrifizierung der Gesellschaft, der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg durch englische und amerikanische Bomben und russischen Nahkampf, dem erzwungenen Dornröschenschlaf im Schatten des Kalten Krieges und seiner Folge, einer Berliner Mauer, einer geplanten Umgestaltung im Zusammenhang der sozialistischen Hauptstadt Berlin im Wettbewerb der Systeme, einem der Gründungsorte der Techno-Bewegung, dem Weihe-Ort elektronischer Musik und - als vorläufigen Schluss- und wiederum Auftaktpunkt - der Revitalisierung.
Das ewerk steht als weltweite Marke für Technik-Begeisterte, denn es ist das älteste erhaltene Bauwerk der kommerziellen Stromerzeugung in Deutschland und es steht ebenso als weltweite Marke für Techno-Begeisterte, denn es ist einer der geheimnisvollen Orte, von denen aus die Techno-Bewegung ihren friedlichen Siegeszug um die Welt antrat.
Es gibt einen weiteren Aspekt, der nicht unbeachtet bleiben darf: Eine Vielzahl von Persönlichkeiten haben sich in den vergangen 120 Jahren darum bemüht, die Geschichte des Ortes zu dokumentieren und fortzuschreiben. Stellvertretend für viele sei hier Regierungsbaumeister Soeder mit seinen dokumentarischen Arbeiten um 1895 genannt, die heute zu den bibliophilen Raritäten über die Geschichte Berlins und seiner Bauten gehören. Oder Prof. Dr. Paul Kahlfeld in Zusammenarbeit mit Dr. Achim Grube von der Vattenfall Europe, die sich seit 1991 in einer Vielzahl von Publikationen um das architektonische Erbe von Hans-Heinrich Müller, Architekt des ewerks und 39 weiterer in ihrer Formsprache beeindruckender Bauten der Stromversorgung, einerseits im denkmalpflegerischen Sinne bemühen; anderseits mit hohem unternehmerischen Anspruch versuchen, den heute nicht mehr betriebsnotwendigen Orten der Berliner Stromversorgung, eine Transformation in neue Nutzarten zu ermöglichen. Ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit ist infolgedessen, die viel versprechende Revitalisierung des ewerks zu verdanken.
Gewürdigt wurde dieser denkmalpflegerische Anspruch der Vattenfall Europe und seine erfolgreiche Durchsetzung durch die Verleihung verschiedener nicht kommerziell orientierter Preise und Auszeichnungen, beispielsweise dem Deutschen Denkmal-Preis im Jahr 2005 und dem Berliner Denkmal-Preis im Jahr 2003.
|